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  • Hahnemann und die Homöopathie in der Schweiz

  • Dass Heilung gewissen Gesetzen gehorcht, war schon im 10. Jh. v.Chr. indischen Weisen bekannt. Sie sagten, dass durch Anwendung von Ähnlichem eine Krankheit geheilt werden könne.
  • Altes Testament, 4. Moses 21,4-9: Schutz vor Schlangenbiss durch Anschauen einer aufgerichteten eisernen Schlange
  • Im antiken Griechenland wurde der Mythos vom König Telephos erzählt, welcher im Zweikampf durch den Speer des Achilles verwundet worden war. Nach dem Friedensschluss wollte die Wunde nicht heilen. Schliesslich konsultierte man das Orakel von Delphi und dieses sprach: WAS DIE WUNDE SCHLUG; WIRD SIE HEILEN. Die Priester baten Achill um seinen Speer; man schabte Rost in die Wunde und wirklich, diese heilte.
  • Der Hermetische Nordstern, 1771: "Kräftevermehrung geschieht durch Verdünnung in 10-er Stufen.
  • Paracelsus (ca. 1540): Nie ist eine heisse Krankheit mit Kaltem, nie eine kalte mit Heissem geheilt worden.
  • Acta sanctorum, Antwerpen, 1658: "Die Heiligen heilen üblicherweise nicht Gegensätzliches mit Gegensätzlichem, sondern Ähnliches mit Ähnlichem."
  • Tractatus aureus 1566: " Die toten Elemente leben wieder auf: die zusammengesetzen Körper tingieren und werden geändert, und durch einen wundervollen Prozess werden sie dauernd, führt der Philsoph aus." In der kommentierten Ausgabe von 1610: "Und dies ist die Eigenschaft unserer Arznei, in der die Körper gebracht worden sind, dass ein Teil davon zehn Teile der unvollkommenen Körper tingiert, dann hundert, drittens tausend, vierten zehntausend, und so ins Unendliche fortschreitend." Der Traktatus aureus geht auf eine arabische Vorlage aus der Zeit des islamischen esoterischen Alchemisten Gabir ibn Hayyan (9. Jh) zurück. In alchemistischen Traktaten des 14. und 15. Jh findet sich noch der Hinweis, dass deshalb in Zehnerstufen multipliziert wird, weil zehn die vollkommene Zahl ist.
  • 1755 wurde Samuel Hahnemann in Meissen als Sohn eines Porzellanmalers geboren, ein Zeitgenosse von Goethe, Mozart, Beethoven, Kant. Sein Vater, ein Porzellanmaler erzog ihn zu kritischem Denken, hatte aber kein Geld und wollte, dass sein Sohn eine Kaufmannslehre machte. Dank der Unterstützung seiner Lehrer konnte er aber gratis auf die höhere Fürstenschule.
  • 2oj. Medizinstudium in Leipzig, wiederum dank seiner Intelligenz ohne Studiengebühren. Um leben zu können, gab er Mitstudenten Sprachunterricht (Latein,Griechisch, Hebräisch, Französisch, Italienisch, Englisch).
  • 22j. Enttäuscht von den medizinischen Theorien reiste er nach Wien, wo eine Ausbildung im Spital möglich war. Der Leibarzt der österreichischen Kaiserin Maria Theresia, Joseph von Quarin, nahm ihn sogar auf seine Hausbesuche mit, was eine seltene Begünstigung war. Hier hörte Hahnemann wohl auch von Quarins Vorgänger A. von Störck, welcher als erster mit Arzneimitteln Selbstversuche gemacht hatte und sich gefragt hatte, ob Stramonium, welches wahnsinnig macht, evt. Wahnsinnige auch wieder gesund machen könne.
  • 23j. Da ihm sein gespartes Geld abhanden gekommen war und Quarin zu Maximilian, dem kranken Sohn der Kaiserin nach Mailand berufen wurde, musste Hahnemann nach einem knappen Jahr eine bezahlte Arbeit annehmen: als Hausarzt und Bibliothekar beim Statthalter von Siebenbürgen (Ungarn/Rumänien), wo er zum ersten Mal keine finanziellen Sorgen hatte, viel lesen konnte und zu alchemistischen Schriften Zugang fand. Kontakt mit Malaria.
  • 25j. Nach 1,5 Jahren fuhr er nach Erlangen, um sein Medizinstudium zu beenden, führte an verschiedenen Orten eine kleine Praxis und heiratete Henriette, die 17-jährige Tochter eines Apothekers aus Dessau. Später Stadtarzt in Gommern, erste Veröffentlichungen von medizinischen und chemischen Schriften, kritisierte die Medizin, va. den Aderlass und die unsystematische Gabe von unbekannten Mischungen = Theriaka. Geburt einer Tochter.
  • 30j. Vertrat in Dresden während eines Jahres den Stadtarzt und betreute alle Krankenhäuser. 1785-89 war er nebenamtlich Gerichtsmediziner, machte viele Autopsien, schrieb über die Symptome der Arsenvergiftung, kritisierte die hohen Quecksilberdosen in der Syphilistherapie und suchte spezifische Heilmittel gegen Krankheiten (z.B. Hepar gegen Quecksilbervergiftungen). Er befasste sich mit chronischen Krankheiten, unterschied als erster die Syphilis vom Tripper und postulierte die Behandlung des Trippers durch die Wiederherstellung des unterdrückten Ausflusses.
  • 34j. 1789 betonte er in seinem Büchlein "Unterricht für Wundärzte über die Behandlung von venerischen Krankheiten" die Bedeutung der Hygiene (100 Jahre vor Schimmelweis). Versuchte, die Syphilis mit kleinen Mengen Quecksilber (60 bis 360 mg) zu heilen (im Gegensatz zur gebräuchlichen Praxis der Vergiftung mit Quecksilber). "Heilung = Übertönen der natürlichen Krankheit durch eine vom Arzneimittel ausgelöste Kunstkrankheit." Er stellte ein lösliches Quecksilberpräparat her, um "Merkurialfieber" zu provozieren. Er war der Meinung, dass die üblichen Therapiemethoden mehr Schaden anrichteten als nützten und arbeitete deshalb kaum mehr als Arzt, sondern als Chemiker und Übersetzer von medizinischen, chemischen und botanischen Büchern aus dem Englischen, Französischen und Italienischen ins Deutsche. Dabei verbesserte und korrigierte er meist die Bücher und wurde im deutschen Raum als Chemiker und Apotheker sehr geschätzt, konnte sich aber trotzdem finanziell kaum über Wasser halten.
  • 35j. Er wohnte mit seiner Frau und inzwischen 3 Kindern in einem einzigen Zimmer unter ärmlichsten Verhältnissen bei Leipzig. Wies auf die Bedeutung von gesunder Ernährung hin: unverfälschte, frische, nicht totgekochte Kost und geringer Fleischkonsum. Eine Berufung an die Uni Wilma schlug er aus, wurde aber Mitglied der Mainzer Kurfürstlichen Akademie der Wissenschaft. Als er die Arzneimittellehre von Cullen übersetzte, wo die Wirksamkeit der Chinarinde gegen Malaria durch ihre Bitterkeit erklärt wurde ,schrieb Hahnemann dazu in einer Fussnote: "der Quassienextrakt mit Galläpfeln ist mindestens so bitter wie China und trotzdem wird in Ewigkeit kein Fieberspezifikum aus dieser Mischung." (Als "Fieber" wurde zu seiner Zeit nicht eine Temperaturerhöhung, sondern jede akute Krankheit bezeichnet). Er hatte in Siebenbürgen vielleicht unter Malaria gelitten, kannte die Arzneimittelversuche von Störck und hatte deshalb die Idee, das Mittel am eigenen Körper auszuprobieren: Eventuell sensibilisiert durch frühere Chinineinnahme kriegte er malariaähnliche Symptome. Da kam ihm die Idee der Ähnlichkeit.
  • 37j. Er versuchte, eine Hilfs-Anstalt für wahnsinnige Personen von hohem Stand zu gründen (normalerweise wurden Irre angekettet und gefoltert und starben zu 60% durch die rohe Behandlung). "Ich erlaube nie, dass ein Geisteskranker bestraft oder irgendwie gewalttätig behandelt wird. Er darf auch nicht Zwangsmassnahmen unterworfen werden, denn es soll uns nicht einfallen, solche Patienten für Taten, für die sie nicht verantwortlich gemacht werden können, zur Rechenschaft zu ziehen, denn sie verdienen ja nur unser grösstes Erbarmen...". Den wahnsinnigen Klockenbrink behandelte er erfolgreich homöopathisch (wahrscheinlich mit Stramonium). Machte an sich und seiner Familie materielle Arzneimittelversuche. 5 Kinder. Übersetzte jede 2. Nacht, um die Familie zu unterhalten. Schrieb ein Apothekerlexikon. Stellte aus der medizinischen Literatur eine grosse Anzahl von Heilungen zusammen, um zu untersuchen, ob sie nach dem Prinzip der Ähnlichkeit oder des Gegenteils zustande gekommen waren.
  • 41j. 1796 publizierte er im medizinischen Hufeland-Journal zum ersten Mal seine Gedanken: "Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneimittel". SIMILIA SIMILIBUS. Zur Therapie und Prophylaxe einer Epidemie von Suidenham-Scharlach verkaufte er kleinste Dosen von Belladonna. Als er auf Druck den Namen und die Dosierung des Mittels bekannt gab, wurde er trotz (oder wegen) des umwerfenden Erfolges von den Ärzten und Apothekern als Scharlatan verschrieen.
  • 45j. Eigene Praxis mit zunehmend homöopathischen Behandlungen
  • 50j. 1805 kritisierte er den Ärzteberuf mit seiner Schrift "Aeskulap auf der Waagschale": "Die Chemie wagt es, immer wieder auf Grund rein chemischer und mithin unbiologischer Gedankengänge alle möglichen Heilmittel zu autorisieren, dennoch aber ist – trotz der Höhe und Reife der chemischen Erkenntnisse – für die bessere Heilung der Menschen nichts und abernichts erreicht." "Es wäre sehr demüthigend für das erhabene Menschengeschlecht, wenn seine Erhaltung bloss vom Zufalle abhängen sollte. Man kann nicht zugleich analytisch, mechanisch-kausal und gegensinnig auf der einen, synthetisch, dynamisch-ganzheitlich und mitsinnig auf der anderen Seite denken und handeln. Allopathie oder Homöopathie, das ist ein Entweder - Oder, ein Lebensbekenntnis, eine Verhaltensnorm, nie jedoch ein Sowohl - Als auch." Der Körper wird durch eine geistartige Kraft gesteuert, die Dynamis. Cholera-Epidemie erfolgreich behandelt mit Veratrum album.
  • 51j. 1806 gab er die deutsche Ausgabe der "Arzneimittellehre der vaterländischen Pflanzen" von Albrecht von Haller heraus. Dieser war der berühmteste Dichter und erste Gelehrte seiner Zeit, 1708 in Bern geboren und schon mit 28 Jahren Professor für Anatomie, Botanik und Chirurgie in Göttingen. Er wurde vom Kaiser in den Adelsstand gehoben und hatte 1768 die "Enumeratio methodica Stirpium Helvetiae Indigenarum" geschrieben, eine 425-seitige methodische Zusammenstellung der einheimischen Alpenpflanzen mit genauer Beschreibung, Standort, Heilkräften, Volkstümlicher Behandlung, Wirkung auf gesunde Menschen = Toxikologie, mit Quellenangabe. Er forderte die experimentelle Erforschung der einzelnen Arzneimittel am gesunden Menschen.
  • In seinem Buch "Heilkunde der Erfahrung" lobte Hahnemann die Chirurgie und Diagnostik. Die Homöopathie bezeichnete er als Wissenschaft der Erfahrung. Voraussetzung für eine rationale Heikunde erachtete die Kenntnis der Arzneimittel, ihrer Anwendung und der Krankheiten. Lebte recht gut von seiner homöopathischen Praxis.
  • 55j. 1810 erstes "Organon der rationellen Heilkunde". Er lehnte als übersinnliche Spekulation ab, für die Herkunft des inneren Krankseins eine Erklärung zu suchen. Erster Band der reinen Arzneimittellehre (geprüfte Arzneimittel). Auf eine Anzeige im Leipziger Anzeiger für einen Homöopathiekurs melden sich keine Interessenten. Hahnemann beschliesst deshalb, an der UNI zu lehren. Um Professor zu werden, muss er eine Habilitation schreiben.
  • 57j. Medizinhistorische Habilitation über die Verwendung von der Christrose bei den Griechen und Römern. Vorlesungen an UNI. Zu Hause Diskussionen mit seinen Schülern und Arzneimittelprüfungen in derjenigen Konzentration, die er auch therapeutisch anwendete (zuerst Urtinktur, später bis C30).
  • Typhus bei Schlacht bei Leipzig: 180 von 181 Kranken heilte er mit Rhus tox oder Bry., während die Mortalitätsrate bei anderen Ärzten bei 90% lag. Er wurde deswegen von den Ärzten heftig angegriffen.
  • 61j. Streitgespräch in der Zeitung: Verbrennung wird durch Hitze schneller geheilt als durch Kälte.
  • 64j. 2. Ausgabe des Organons: Hahnemann nennt es jetzt: Organon der Heilkunst
  • 65j. Die Abgabe von Arzneimitteln wurde ihm verboten. Hahnemann vertraute den Apothekern bei der Arzneimittelherstellung nicht und war deshalb gezwungen, Leipzig zu verlassen.
  • 66j. In Köthen erhielt er das Dispensationsrecht zugesichert.
  • 67j. Ehrentitel "Hofrath" Für ein homöopathisches Spital kriegte nicht genügend Geld zusammen. "Es ist ein wichtiges Zeichen der Zeit, dass Confucius bei uns nun kann gelesen werden. Ihn selbst werde ich im Reiche der glücklichen Meister nun bald umarmen, den Wohltäter der Menschheit, der uns den geraden Weg zur Weisheit und zu Gott führte. Da ist göttliche Weisheit zu lesen, ohne Wunder-Fabel und ohne Aberglauben." Fritsche S. 215
  • 68j. "Die chronischen Krankheiten": Von vielen Schülern wurde die Theorie der chronischen Krankheiten (Psora, Syph, Sycose ) nicht mehr verstanden. Seine wichtigsten Schüler waren der Jurist und Freiherr Clemens von Boenninghausen und der Arzt G.H. Jahr.
  • 74j. 1829 Der Schweizer Arzt Franz Josef Siegrist war Mitbegründer der "Vereinigung Leipziger Homöopathen"
  • 75j. 1830: Bei der Cholera-Epidemie war die Homöopathie war einzig wirksame Therapie. Hahnemann schlug Kampfer in Urtinktur als Vorbeuge- und Heilmittel vor, ausserdem Cuprum und Veratrum. Er postulierte infektiöse Mikroben und wurde deswegen verlacht. Auf Betreiben der Ärzte wurden die Veröffentlichung von positiven Berichten zensiert und der neue Fürst verbot sogar kurzzeitig die Homöopathie. Hahnemanns Ehefrau Henriette starb an Leberkrebs.
  • In Leipzig wurde ein homöopathischer Spital eröffnet. Hahnemann bezeichnete aber dessen Leiter als Halbhomöopathen und distanzierte sich vom Spital. 1842 wieder geschlossen.
  • Vorwort zu Boenninghausens Repertorium. Hahnemann hielt den Freiherrn Clemens von Boenninghausen für den besten Homöopathen.
  • Bronchitis mit Erstickungsanfällen
  • 78j. 1833 Besuch von Dr. Peschier aus Genf. Dieser gründet in Genf die erste hom. Gesellschaft
  • 5. Organon (letztes von Hahnemann herausgegebenes Organon)
  • 79j. 1834 Die 40-jährige Melanie d'Hervilly kam aus Frankreich zur Behandlung. Heirat nach 3 Monaten und Umzug nach Paris. Seinen Kindern vermachte Hahnemann seine Häuser in Köthen.
  • Homöopathie wurde von der Akademie Française als Therapiesystem erlaubt. Aufgenommen in Ärzteschaft und erfolgreichste Praxis im eigenen Palais mit Patienten aus ganz Europa. 1x/Wo Armensprechtag. Entwicklung der Q-Potenzen.
  • 80j. In Leipzig distanzierten sich 1735 die deutschen Homöopathen von Hahnemanns Psora- und Miasmentheorie. Sie warfen ihm vor, er sei klinisch nicht auf der Höhe, obwohl er moderne Untersuchungsmethoden wie Auskultieren immer sofort anwendete.
  • 88j. Am 2. Juli 1843, wenige Tage nach seinem Geburtstagsfest, starb Hahnemann an einer Bronchitis und wurde auf dem Friedhof Montmartre begraben.
  • Hahnemann hatte regelmässig seine neuen Erfahrungen veröffentlicht und gab im Lauf seines Lebens 5 verschiedene und verbesserte Auflagen des Organons heraus. In der letzten, 6.Auflage beschrieb er unter anderem eine neue Herstellungsart für Potenzen, welche besser und schneller wirken sollten. Clemens von Boenninghausen wusste dies, durfte aber nichts darüber sagen. Melanie war selbst Homöopathin geworden und wollte diese Aufzeichnungen selbst herausgeben. Sie verlangte von den Homöopathen aber eine übertriebene finanzielle Unterstützung.
  • 1846 Homöopathischer Spital in Genf gegründet (1876 wegen religiösem Gesetz wieder geschlossen)
  • 1856 Gründung des SVHA, Schweiz. Verein Homöopathischer Ärzte
  • 1869 Melanie floh im deutsch-französischen Krieg nach Deutschland und verlor dabei ihren ganzen Besitzt. Auch die amerikanischen Homöopathen waren aber nicht bereit, die von ihr geforderte Summe für das Organon zu bezahlen.
  • 1870 ca. Homöopathischer Spital in Basel von Merian und Iselin gegründet. Dieser wurde 1980 unter obskuren Umständen in einen allopathischen Spital umgewandelt.
  • 1872 amtliche Zulassung Melanies als Ärztin.
  • 1878 Tod Melanies. Ihre Tochter wollte immer noch zuviel für Hahnemanns Unterlagen.
  • In der Schweiz praktizierten etwa 30 homöopathische Ärzte
  • 1897 Exhumierung von Hahnemanns Leiche und Überführung auf den Friedhof Père Lachaise.
  • 1900 ca. homöopathische Klinik St.Jaques in Paris
  • 1902 Gesellschaft der homöopathischen Welschschweizerärzte "Société Rhodanienne" (1927 Vereinigung mit SVHA) .
  • 1920 Amerikanischen Ärzte kauften das Organon den Erben Hahnemanns ab.
  • Homöopathische Apotheke in Basel (Dr. Wagner), heute Wettstein-Apotheke
  • Dr. Pierre Schmidt führt in Genf 57 Jahre lang eine erfolgreiche homöopathische Praxis. Seine Frau, die Apothekerin Dora Nagel, stellt mit ihm zusammen Hochpotenzen nach Korsakoff her und begründet damit die heutige Firma Schmidt-Nagel in Meyrin.
  • 1920 Homöopathische Ärzte fragen Rudolf Steiner um Rat, wie die Homöopathie aus menschenkundlicher Sicht zu verstehen sei und wie die praktische Arbeit verbessert werden könne. Rudolf Steiner hält von da an regelmässige medizinische Kurse, aus denen sich die anthroposophische Medizin entwickelt.
  • 1921 Herausgabe des 6. Organon in Leipzig durch Haehl und Boericke.
  • In Davos behandelte Dr. Nebel Tuberkulosepatienten homöopathisch und isopathisch.
  • 1930 SVH Schweizerischer Verein für Homöopathie (Therapeuten- und Patientenvereinigung)
  • 1940 Dr. Adolf Vögeli, bedeutender Radiologe, verkaufte sein Institut und wurde Anhänger der Homöopathie.
  • 1942 Dr. Rudolf Flury in Bern erkannte die Bedeutung der Q-Potenzen im § 270
  • Dr. Jost Künzli: Vorlesungen an der UNI Zürich
  • ab ca 1990 Homöopathiekurse durch Dr. Furlenmeyer, Dr, Spinedi, "Société de Médecins en Biothérapie et Homéopathie", "Schweizerische Ärztegesellschaft für Homöopathie und Phytotherapie", "Institut für Medizinische Fortbildung", "Berner Ärzteverein für klassische Homöopathie", "Schweiz. Homöopathie Gesellschaft", "Homöopathie Verein Schweiz", Kurse von führenden Homöopathen aus der ganzen Welt in der Schweiz.
  • Naturheilpraktikerschulen: "Paracelsus-Schule", "Schule für Naturheilpraktik", "Dynamis-Schule", "Samuel Hahnemann-Schule".
  • 1990 Aesculap-Klinik in Brunnen: Spital für alternative Therapien.
  • Dr. Beat Spring gibt zusammen mit seiner Frau während Jahren die Homeopathic Lincs heraus.
  • Die Mitgliedschaft im NVS "Naturärzteverband Schweiz" wird von den meisten Krankenkassen akzeptiert. Homöopathische Konsultationen werden teilweise von Krankenkassen übernommen. Führend ist dabei die EGK "Eidgenössische Gesundheitskasse".
  • 1992 VKH, Verband der hom. Nichtmediziner Verband Klassischer HomöopathInnen
  • Nationalfonds-Studie über Alternativmedizin, u.a. Homöopathie
  • SHI, erste Vollzeithomöopathieschule (Schweizerisches Homöopathie Institut), gegründet von Dr. Mohinder Jus
  • 1993 Patientenorganisation VFKH, Verein zur Förderung der klassischen Homöopathie
  • Homöopathische Geburt offiziell möglich im Spital Olten.
  • Komplementärmedizin am Spital Langnau (Dr. Albonico)
  • 1/4 Dozentenstelle an der Uni Bern: Dr. André Thurneysen im Rahmen des KIKOM (die andern 75% für chin. Medizin, Anthroposophie und Neuraltherapie).
  • Krankenversicherungsobligatorium. Der Gesetzgeber definiert eine Basisversorgung. Für homöopathische Therapien ist eine Zusatzversicherung notwendig.
  • 1997 Homöopathische Abteilung an der Clinica Santa Croce in Orselina bei Locarno, Dr. Dario Spinedi. Hauptsächlich für Krebserkrankungen.
  • 1998 Anerkennung der homöopathischen Therapeuten in den Kantonen Appenzell, Basel, Luzern und Zug, Legalisierung in Zürich, Solothurn.
  • EMR eine zentrale Anerkennungsstelle von Krankenkassen für Nicht-Ärztliche Therapeuten.
  • 1999 Konsultationen homöopathischer Ärzte werden während 5 Jahren aus der Grundversicherung vergütet. Spezialisierung als Arzt für Homöopathie möglich.
  • 2000 Homöopathische Verbände und Schulen arbeiten an der Organisation einer gesamtschweizerischen homöopathischen Prüfung und an der Anerkennung des Berufes Homöopath. Zusammenschluss von alternativen Therapeuten in verschiedenen Organisationen: ffg Forum für Ganzheitsmedizin; SK-HHT Schweiz.Konferenz der Heilpraktiker-, Homöopathen- und TCM Verbände; IGMG Interessen-Gemeinschaft der Verbände und Schulen natürlicher Methoden im Gesundheitsbereich
  • 2001 Homöopathiekongress des ECCH (European Council of Classical Homeopathy) in St. Gallen, organisiert durch HVS.
  • Die Petition der alternativen Kreise gegen das neue Arzneimittelgesetz bewirkt, dass für die alternativen und phytotherapeutischen Arzneimittel eine neue Vernehmlassung mit vermehrtem Einbezug der beteiligten Firmen und Verbände durchgeführt werden wird.
  • 2002, das ehemalige ffg "Forum für Freiheit im Gesundheitswesen" wird vom "Forum für Ganzheitsmedizin" abgelöst. Dieses will eine Plattform sein für alle schweizerischen Organisationen aus dem Bereich der Komplementärmedizin und Gesundheitspflege, welche ein ganzheitliches Menschenbild vertreten und sich für die Erneuerung des Gesundheitswesens einsetzen.
  • Das neue Gesundheitsgesetz im Kanton Bern anerkennt den Beruf des Homöopathen, des Naturheilpraktikers und TCM-Therapeuten.
  • Das BBT "Bundesamt für Berufsbildung und Technologie" erkennt, dass sich die verschiedenen Systeme der Alternativmedizin nicht in einem Beruf vereinigen lassen; somit kann die Anerkennung des Homöopathen als eigenständiger Beruf angestrebt werden.
  • Gründung der HSF Suisse "Homéopathes Sans Frontières Suisses" zur Verbreitung der Homöopathie. Ärztliche und Nicht-ärztliche Homöopathen schaffen eine Homöopathieschule in Armenien und therapieren bei den Tuareg .
  • 2003 Innerhalb des ffg (Forum für Ganzheitsmedizin) wird die Projektgruppe "Heilmittelgesetz" geschaffen, welche sich bei der Ausarbeitung des neuen Heilmittelgesetzes für die Belange der Ganzheitsmedizin einsetzt ( in verschiedenen EU-Ländern ist die Herstellungsmöglichkeit von homöopathischen Mitteln stark eingeschränkt worden). Eine Projektgruppe "Krankenversicherungsgesetz" vertritt die Interessen der Alternativmedizin bei der Revision des KVG. Am 6. Mai 2003 konstituiert sich die Projektgruppe "Gesundheit", welche eine Verfassungsinitiative lancieren will, um den Bund zur Förderung der Gesundheit und eines ganzheitlichen Gesundheitswesens zu verpflichten: „Bund und Kantone sorgen im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die umfassende Berücksichtung der Komplementärmedizin“
  • Die Kantone Graubünden und St. Gallen unterscheiden in der kantonalen Prüfung zwischen Homöopathen und Naturheilpraktikern.
  • 2004 Der Kanton Bern erteilt homöopathischen Therapeuten eine Bewilligung zur Berufsausübung.
  • Gründung der hfnh, einer staatlich anerkannten höheren Fachschule für Naturheilverfahren und Homöopathie in Hünenberg.
  • 2005 Nach einem 5-jährigen Versuch, wo von Ärzten durchgeführte homöopathische Behandlungen von der Grundversicherung übernommen wurden, werden nun die homöopathischen Behandlungen nicht mehr bezahlt. Die Aussagekraft und Schlussfolgerungen der 5-jahres-Studie werden allerdings in Frage gestellt, das politische Vorgehen im Zusammenhang mit der Präsentation der Studie heftig kritisiert.
  • 2006 wird vom Verein shp die erste schweizerische Homöopathieprüfung durchgeführt.
  • Das Bundesamt für Gesundheit weist das BBT an, die Vorbereitungen zur Berufsbildungsanerkennung für komplementäre Berufe im Gesundheitswesen bis zur Abstimmung über die Verfassungsinitiative 08/09 zu sistieren, weil eine Berufsreglementierung möglicherweise das öffentliche Interesse tangiere.
  • 2007 Eigenständige Abteilung für Komplementärmedizin am Spital Langnau
  • 10.08 Projektorganisation Höhere Fachprüfung Alternativmedizin PO HFP AM: Beginn der Vorbereitung für eine höhere Fachprüfung für die Berufe der Alternativmedizin.
  • 22.8.08 Gründung von OdA AM: Organisation der Arbeitswelt – Alternativmedizin, einem Zusammenschluss der Berufsverbände Naturheilkunde, Phytotherapie, chinesische Medizin, Ayurveda und Homöopathie, um die Fragen zu lösen, welche in den Bereich des Berufsbildungsgesetz fallen.
  • 2008 Homöopathiearchiv in Holland gegründet: zur Erforschung der klinischen Bestätigung

Rev. 10.08