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Gesundheit

Friedrich Nietzsche
Gesund ist, wer vergessen hat, weil er seine Behinderung nicht mehr spürt.
Sozialversicherungsrecht
Gesundheit ist die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit.
Weltgesundheitsorganisation WHO (1948)
Gesundheit ist der Zustand völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit.
Pschyrembel (1986) med. Wörterbuch
Gesundheit ist die subjektive Empfindung des Fehlens von körperlicher, seelischer und geistiger Störung bzw. Veränderung.
Schnipperges,
Medizinhistoriker (1982)
Gesundheit ist kein Zustand, sondern eine Verfasstheit, ist kein Ideal und nicht einmal ein Ziel. Gesundheit ist ein Weg, der sich bildet, indem man ihn geht.
Schäfer, Biologe (1986)
Gesundheit ist die erfolgreiche Überwindung von Störungen in einem biologischen System.
Biologie
Ein gesundes Oekosystem hat Bewusstsein auf verschiedenen Ebenen, verändert die Aussenwelt und wird von ihr beeinflusst, entwickelt sich beständig weiter und schafft dabei Raum für neues Leben.
Schweiz. Apothekerzeitung Nr.19 1994
Gesundheit und Krankheit sind das Resultat eines kontinuierlichen Anpassungsprozesses zwischen einem Individuum und seiner sozialen und ökologischen Umgebung.
Ottawa-Charta der WHO (1986)
keine eigentliche Definition, sondern eine vielseitige Erklärung: Gesundheit hat zu tun mit Wohlbefinden, die Umwelt meistern können, Selbstbestimmung, lebens-langem Lernen, sich Weiterentwickeln, eine Persönlichkeit bilden, verantwortlichem Verhalten in ei-ner gesunden Gesellschaft und Umgebung.
Rajan Sankaran, Homöopath
gesund sein = bewusst sein und korrekt handeln
Friedrich Graf, Homöopath
Gesundsein = freisein.
Existenzialisten
Gesundsein = grösstmögliche Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten in freier Gestaltung des Daseins.
Victor von Weizäcker
Gesundheit ist nicht ein Kapital, das man aufzehren kann, sondern sie ist nur dort vorhanden, wo sie in jedem Augenblick des Lebens erzeugt wird.
Frank Nager, Internist
Gesundheit bedeutet die Begabung, gegensätzliche Kräfte immer wieder zu versöhnen, sodass sie ein fruchtbares Ganzes bilden. Gesundheit bedeutet Lebens-kunst und Wandlungsfähigkeit, muss immer wieder neu erkämpft und mühsam behauptet werden. Sie ist die Frucht einer inneren Reifung und hat ... mit der Fähigkeit zu tun, trotz Leiden und Anfechtung ein sinnvolles, fruchtbares Leben zu führen, sich zu entfalten.
Jakob Klaesi, Psychiater
Gesundheit ist auch das Vermögen, Gebrechen fruchtbar zu ertragen.
Klaus-Peter Jörns, Theologe
Gesund ist, wer erkennt, dass sich in unserer Existenz Individualität und Sozialität verbinden, wer seine Grenzen zum andern Menschen hin überschreitet und sein Angewiesensein auf andere erkennt und sich auch als Bedürftiger zu erkennen gibt.
Ganzheitliches Menschenbild

Laotse: I Ging
Laotse: I Ging Alles, was in der Sichtbarkeit und Zeit geschieht, ist die Auswirkung eines Bildes, einer Idee im Unsichtbaren.
Rudolf Steiner: Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung
Gesetze, die sich selbst zum Ausdruck bringen können, sind lebendige Gesetze, Lebe-Wesen. Auch der erfahrbare Mensch ist Ausdruck eines solchen lebendigen Gesetzes. Ein ungeeignetes Gesetz führt zu falschem Verhalten und damit zu Krankheitssymptomen im Körper, in den Gefühlen, im Denken. Äussere Reize können nur Krankheitssymptome auslösen, wenn das innere Gesetz schon ungeeignet, der Mensch also schon krank ist.
Professor Pauli, ehem. Vizedirektor der Med.
Klinik und Ordinarius der Med. Fakultät Bern:
Exit-Bulletin Nr. 53, 1995
Mit dem zweiten Erkenntnisschub (Quantenphysik, Niels Bohr 1931) stellt sich der Mensch primär als ein Informationssystem dar, das sich mittels materieller, energetischer und immaterieller Signale über das eigene Selbst und seine Umgebung "ins Bild setzt” und diese Information im Sinne des Überlebens nutzt. In der neuen Forderung nach Ganzheitlichkeit erscheint das Individuum als eine sich selbst organisierende Einheit. Eigenschaften, Qualitäten und Fähigkeiten eines Menschen lassen sich deshalb aus der wissenschaftlichen Analyse seiner Bestandteile nicht ableiten.
Rudolf Högger,
Helvetas-Präsident
Zum Lernprozess (der Entwicklungshilfe) der letzten 40 Jahre gehört, dass Entwick-lung heute als etwas Vielschichtiges aufgefasst wird, dass zur materiellen auch die politische und die spirituellgeistige Dimension - die Frage nach dem Sinn des Lebens - gehört.... Glück als Ziel kann nicht unabhängig von der Sinnfrage be-trachtet werden: Gehören nicht zum Leben auch das Leiden, der Misserfolg, die Krankheit usw.?
Krankheit
Antikes Griechenland
Der Kranke hat den Willen eines Gottes missachtet, einem Lebensprinzip nicht die nötige Beachtung geschenkt. Indem er sich mit diesen Themen auseinandersetzt und seine Lebensweise ändert, kann er sich weiterentwickeln, gesund werden. Über dem Eingang des Mysterientempels in Delphi stand denn auch: ERKENNE DICH SELBST. Krankheit wurde als etwas zum Leben Gehörendes und für die Entwicklung Notwendiges betrachtet.
Bibel
Im Paradies war unbewusstes Sein ohne Entwicklungsmöglichkeit; der Drang zur Erkenntnis führte zu Bewusstsein, zur Möglichkeit der Unterscheidung, des individuellen gesonderten Seins und Veränderung, d.h. zum Leben und Sterben, Unvollkommensein, Kranksein. Die Ursache des Krankseins ist das in-die-Schöpfung-treten: die Ur-Sonderung (Ursünde). Krankheit, Leben und Tod sind die zwin-genden Folgen der Bewusstwerdung.
Naturvölker
Sie nahmen an, der Kranke sei von einem bösen Geist besessen. Also vertrieb der Schamane "Priesterheiler" den Dämon.
Samuel Hahnemann,
Organon § 31, ca. 1800
"Krankheit ist eine Verstimmung des menschlichen Befindens, nie eine mechanische oder chemische Veränderung der materiellen Körpersubstanz und nicht von einem materiellen Krankheitsstoffe abhängig... Auch besitzen die feindlichen, theils psychischen, theils physischen Potenzen im Erdenleben, welche man krank-hafte Schädlichkeitn nennen, nicht unbedingt die Kraft, das menschliche Befinden krankhaft zu stimmen; wir erkranken durch sie nur dann, wenn unser Organism so eben dazu disponirt und aufgelegt genug ist, von der gegenwärtigen Krankheits-Ursache angegriffen und in seinem Befinden verändert...zu werden; sie machen daher nicht jeden und nicht zu jeder Zeit krank."
Rudolf Steiner, ca 1900
Wenn ein gutes Richtiges aus dem Zusammenhang, in den es gehört, herausgelöst wird, so wird es böse.
Afrikanisches Denken
Kranksein weist auf die Störung der zwischenmenschlichen Beziehungen hin.
Moderne wissenschaftliche
ganzheitliche Sichtweise
Krankheitssymptome sind Ausdruck und Indikatoren eines mangelhaften Programms, eines falschen Bewusstseins. Natürlich kann sich dieses innere Pro-gramm nur gemäss seinen eigenen Bedingungen ausdrücken. Diese äusseren Faktoren sind aber nur Auslöser der Krankheitssymptome; wirkende Ursache ist das innere Programm (gem. Hahnemann "Lebenskraft"). Krank ist ein Lebe-Wesen, wenn seine Organisation mangelhaft ist. Ein Mensch kann deshalb auch krank sein, wenn keine äusseren Symptome sichtbar sind (z.B. Heuschnupfenallergiker im Winter). Symptomlosigkeit darf nicht mit Gesundheit verwechselt werden.
Heute übliche Sichtweise
Krankheit gehört nicht zum Leben. Krankheitssymptome müssen bekämpft werden.
Heilung durch Konfrontation
Indische Weise, 1000 v.Chr.
Eine Krankheit kann durch Anwendung von Ähnlichem geheilt werden.
Acta sanctorum,
Antwerpen, 1658
Die Heiligen heilen üblicherweise nicht Gegensätzliches mit Gegensätzlichem, son-dern Ähnliches mit Ähnlichem.
Samuel Hahnemann:
Organon der Heilkunst, Leipzig 1796
§22f: "Arzneien können nichts Heilkräftiges aufweisen als ihre Neigung, Krankheitssymptome bei Gesunden zu erzeugen und am Kranken hinwegzunehmen. Es über-zeugt uns aber jede reine Erfahrung und jeder genaue Versuch, dass anhaltende Krankheitssymptome von entgegengesetzten Symptomen der Arznei so wenig auf-gehoben und vernichtet werden, dass sie vielmehr, nach kurzdauernder, scheinbarer Linderung, in desto verstärkterem Grade wieder hervorbrechen und sich offenbar verschlimmern. Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden."
Mathias Wais,
Biographiearbeit
Therapiearbeit ist Selbstbegegnung, Spiegelung am Berater.
Viktor Frankl: Logotherapie
Einem Problem wird die Macht entzogen, indem man daran vorbeidenkt oder indem Symptome verstärkt statt bekämpft werden: ein bestimmtes Symptom zu wünschen führt innert kürzester Zeit zur Befreiung davon. Selbstdistanzierung ist eine wesentliche Voraussetzung für alle Verhaltens- und Einstellungsänderungen.
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